Parkett & Parkettboden: Richtig kaufen, verlegen, pflegen und schleifen
Artikel vom 18. Juli 2009
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Der Holzfußboden als solcher wurde bereits vor mehr als 3.000 Jahren verwendet – doch erst mit Beginn des 16. Jahrhunderts wurden Hölzer in verschiedenen Arten und Ausführungen zu Mustern zusammengesetzt und als Fußböden verwendet. Im 17. Jahrhundert erfreute sich der Parkettboden dann bereits zunehmender Beliebtheit, war jedoch vorerst nur reichen Leuten vorenthalten. Der nicht-adeligen Bevölkerung war das Parkett aufgrund seiner aufwendigen Herstellungsweise zu teuer. Mit dem Bodenbelag wurden deshalb zur damaligen Zeit nur Schlösser, Herrschaftshäuser und exklusive Villen versorgt. Erst als Kleinparkett auch maschinell hergestellt werden konnte und das Verlegen des Fußbodens sich einfacher gestaltete, konnten auch normale Bürger vom Parkettboden Gebrauch machen. Bis heute gehört der Parkettboden zu den beliebtesten Bodenbelägen überhaupt und zeichnet sich durch seine Vielfältigkeit, sein besonderes Flair und seine Natürlichkeit aus.
Parkett ist mittlerweile in vielen verschiedenen Sorten und Verlege-Arten erhältlich. Das Stabparkett gehört dabei zu den Klassikern. Es besteht aus einzelnen Dielen, die beliebig angeordnet werden können. So bietet das Stabparkett eine große Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten und passt sich jedem Raum individuell an. Die einzelnen Holzstäbe beim Stabparkett sind etwa vier bis acht Zentimeter breit und verfügen über eine Länge von 25 cm bis 1 Meter. Nut und Feder an den einzelnen Brettern ermöglichen die Verbindung der Einzelteile beim Verlegen. Das Stabparkett wird gerne in Flecht-, Würfel- oder Schiffsbodenmuster angeordnet, es gibt jedoch auch weitere Muster, die durch verschiedene Anordnungen der Dielen entstehen. Dadurch, dass beim Stabparkett auch verschiedene Holzarten miteinander kombiniert werden können, entstehen zahlreiche Möglichkeiten für individuelle Wohnideen und jeder Parkettboden ist auf diese Weise ein Unikat.
Neben dem Stabparkett gibt es auch Fertigparkettdielen, Mosaikdielen, Tafelparkett oder Hochkantparkett. Für welche Parkettart man sich entscheidet, ist von einzelnen, individuellen Faktoren abhängig. Eine Rolle bei der Entscheidung spielen beispielsweise die Art der Nutzung, die Beanspruchung des Bodens, die Größe des Raumes und letztendlich auch der Preis.
Ein Parkettboden kann aus vielerlei Holz gewonnen werden. So stehen als Parkett heimische Holzarten wie Buche, Esche oder Eiche, Kastanie oder Kiefer zur Verfügung, oder aber exotische Holzarten wie Teak, Ebenholz, Mahagoni oder Palisander. Im Trend liegt derzeit auch Bambusparkett, das vor allem durch seine ökologischen Eigenschaften und seine Stabilität überzeugt. Bambus wächst stets nach, sodass der Abbau der Riesengrashalme keine Eingriff in das Ökosystem darstellt. Bei den heimischen Sorten ist die Eiche oftmals das Holz der Wahl. Eichenholz eignet sich aufgrund seiner Härte und seiner Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit und Insekten ideal als Parkettboden.
Der Parket-Fußboden ist nicht nur aufgrund seiner hübschen Optik so beliebt, sondern auch deshalb, weil er sich durch eine extrem hohe Lebensdauer auszeichnet. Ein Parkettboden kann bei guter Pflege, abhängig von der Beanspruchung, locker einige Jahrzehnte oder sogar mehrere Jahrhunderte alt werden.
Dies liegt auch daran, dass das Parkett mehrmals abgeschliffen werden kann, wenn viel Kratzer ihre Spuren hinterlassen haben. Wird der Parkettboden danach neu versiegelt, sieht er wieder aus wie neu.
Parkett verlegen
Das Verlegen eines solchen Bodens ist heutzutage nicht mehr besonders schwer. Es sollten dennoch einige Dinge beachtet werden, bevor man mit dem Verlegen beginnt.
Nachdem man die richtige Parkettsorte ausgewählt hat, sollte man sich über die Verlegerichtung und das Verlegemuster Gedanken machen. Dieses hängt auch von der gewählten Struktur und der Farbe des Holzes ab und beeinflusst das Aussehen des Raumes erheblich. So kann ein Raum durch entsprechende Verlegetechniken breiter (horizontale Verlegung) oder länger (senkrechte Verlegung) erscheinen, es kann sich mit dem Lichteinfall ein harmonisches Gesamtraumbild ergeben – und nicht zuletzt sollte das Muster auch auf die Nutzungsart des Raumes abgestimmt werden.
Des Weiteren empfiehlt es sich, vor dem Verlegen des Parketts den Estrich zu überprüfen. Hier ist insbesondere auf den Feuchtigkeitsgehalt des Unterbodens und die Festigkeit zu achten. Gegebenenfalls müssen entsprechende Vorarbeiten am Estrich geleistet werden, bevor das Verlegen des Parkettbodens beginnen kann (beispielsweise Unebenheiten ausgleichen, Risse ausbessern usw.). Während früher die einzelnen Parkettstäbe in Heißasphalt gedrückt wurden, bedient man sich heute Lösemittelkleber und Dispersionsklebstoffen zum Verkleben des Parketts. Hier sollten die Hinweise des Herstellers bei der Anwendung beachtet werden. Ein Schleifen des Bodens sollte erst dann stattfinden, wenn der Klebstoff abgebunden hat.
Generell sollte das Verlegen von Parkettboden nur bei der richtigen Außentemperatur stattfinden. Ein ungünstiges Klima wie geringe Temperaturen oder eine hohe Luftfeuchtigkeit können sonst spätere Ärgernisse zur Folge haben.
Ist das Parkett verlegt, so stellt sich letztendlich noch die Frage, ob der Boden geölt oder versiegelt lackiert werden soll. Dies ist neben der optischen Bevorzugung vor allem von der Beanspruchung des Fußbodens abhängig. Geölte Parkettböden bedürfen in der Regel einer aufwendigen Pflege, für die nicht jeder Parkettbodenbesitzer die Zeit aufbringen kann. Dafür kommt man mit geöltem Parkett in den intensiven Genuss von echtem Holz und purer Natur. Geölte Fußböden stehen in den meisten Geschäften und Fachmärkten in wesentlich kleinerer Zahl zum Verkauf wie die versiegelt lackierten Parkettböden. Diese werden häufig von Verbrauchern bevorzugt, da sie wesentlich zeitsparender gepflegt werden können und generell unempfindlicher sind.
Ein versiegelter Parkettboden sollten nie mit zu viel Wasser gereinigt werden. Auch Dampfreiniger und Reinigungsautomaten sollten bei Parkett nicht zum Einsatz kommen, ebenso wenig wie aggressive Reiniger. Es ist in der Regel völlig ausreichend, den versiegelten Parkettboden einmal im Monat mit einem feuchten Tuch oder Lappen zu reinigen. Der Einsatz von speziellen Pflegemitteln trägt dazu bei, dass sich auf dem Boden eine Versiegelung gegen Sand und Staub sowie gegen Feuchtigkeit bildet. Das Pflegemittel kann meist dem Wischwasser einfach hinzugegeben werden.
Ein geölter Parkettboden sollte etwas aufwendiger gepflegt werden. Es ist empfehlenswert, für die Reinigung Pflanzenseife zu gebrauchen, oder das Parkett mit einer Poliermaschine und Pflegeöl, Hartwachs in flüssiger Form oder Polish zu pflegen. Die Poliermaschine ist vor allem bei größeren Parkettflächen sinnvoll. Über die etwa in vierwöchigem Abstand erfolgende Pflege hinaus ist einmal jährlich das Nachwachsen des geölten Parkettbodens erforderlich.
Parkett Hersteller
Die bekanntesten Parkett-Produzenten sind Haro, Parador, Kährs, Meister, Terhürne, Tilo und Tarkett. Mehr Informationen finden Sie auch beim Verband der deutschen Parkett-Industrie unter Parkett.de.
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