Billard-Tisch selber bauen – Anleitung

Artikel vom 6. November 2009
Rubrik: Heimwerken | Jetzt Kommentieren

Billiardtisch selbst bauenUm selber einen eigenen Billardtisch zu bauen, muss man nicht unbedingt handwerklich sehr begabt sein. Es reicht aus, wenn man mit den gängigen Werkzeugen wie Bohrer, Schraubenzieher und Säge umzugehen weiß – dann ist es mit vergleichsweise wenig Zeit- und Arbeitsaufwand möglich, sich einen Billardtisch für das eigene Zuhause zu konstruieren um hin und wieder eine Partie Billard zu spielen.

Zunächst einmal wird mit der Herstellung der Tischbeine begonnen. Je nachdem, wo der Billardtisch später seinen Platz finden soll, müssen gegebenenfalls auch Stellfüße aus dem Baumarkt zum Einsatz kommen, um Unebenheiten auf dem Boden ausgleichen zu können. Ansonsten ist es ausreichend, vier gleich lange Tischbeine anzufertigen. Die Höhe sollte von Vorneherein festgelegt werden. Inklusive Stellfuß ist eine Höhe von etwa 80 Zentimetern anzuraten. Die Tischbeine werden am besten in Quaderform hergestellt. Hierfür sind jeweils vier Bretter für die Seitenteile sowie ein quadratisches Brett für den Fuß des Tischbeins erforderlich. Die einzelnen Bretter werden mit Senkkopfschrauben miteinander verbunden.

Im zweiten Schritt wird nun die Unterkonstruktion für die Spielplatte hergestellt. Die Form der Konstruktion sollte rechteckig sein und insgesamt aus vier Holzleisten bestehen, die einen Rahmen mit den Maßen von etwa 100 x 200 Zentimetern bilden. Damit der Rahmen stabil bleibt, sollte dieser mit einigen Querstreben abgesichert werden. Auch hier werden die einzelnen Bretter wieder mit Senkkopfschrauben verbunden. Dabei ist es wichtig darauf achtzugeben, dass die Bretter bündig verschraubt werden. Steht die Unterkonstruktion, werden die Tischbeine mit dieser verschraubt.

Danach geht es zur Herstellung der Spielfeldplatte. Diese wird üblicherweise aus einer MDF-Platte angefertigt. Zwar bestehen professionelle Spielfeldplatten aus Schieferplatten, doch überzeugen im Hobby-Bereich die MDF-Platten durch das deutlich leichtere Gewicht und die bessere Möglichkeit zur Verarbeitung.
MDF-Platten sind im Baumarkt zu günstigen Preisen erhältlich. Besonders praktisch ist es, sich die Platte gleich auf das richtige Maß zuschneiden zu lassen. Die Größe der Spielfeldplatte sollte 248 x 136 Zentimeter betragen.
Anschließend werden mit Hilfe eines Zirkels, der auf einen Durchmesser von 10 Zentimetern eingestellt ist, die Löcher auf die Spielfeldplatte gezeichnet. Dann werden diese mit einer Lochkreissäge vorsichtig ausgesägt und anschließend an den Kanten mit Schmirgelpapier etwas abgeschliffen. Um die Spielfeldplatte gut vor Feuchtigkeit und mechanischen Einflüssen zu schützen, sollte sie am besten lackiert werden.

Ist der Lack getrocknet, wird mit dem Bespannen der Spielfeldplatte begonnen. Dazu ist ein Filz- oder ein spezielles Billardtuch erforderlich, das etwa 20 Zentimeter größer sein sollte als die Platte selbst. Das Tuch muss nun vorsichtig über die Tischplatte gezogen werden – so, dass es die Platte auf allen Seiten etwa gleich viel überragt. Sinnvoll ist es, das Filztuch an den Ecken des Tisches im 45-Grad-Winkel etwas einzuschneiden, damit das Umklappen später leichter gelingt.
Die eine Hälfte des Tuches wird nun mit etwas Schwerem stabilisiert, während man auf der anderen Seite mit Sprühkleber beginnt, die Tischplatte einzusprühen. Das Filztuch wird vorsichtig auf die Platte gelegt und fein ausgestrichen, sodass keine Falten entstehen. Anschließend wird die andere Hälfte des Tuches mit Hilfe von Sprühkleber auf der Spielfeldplatte befestigt.

Wenn der Sprühkleber vollständig getrocknet ist, können die Löcher in den Filz geschnitten werden. Empfehlenswert ist es hierbei, vom Rand her zu arbeiten und mehrere Schnitte zur Mitte des Loches hin zu machen – dann kann der Stoff nach unten geklappt und wieder mit Sprühkleber auf der Plattenunterseite angelegt werden. Die Tischplatte wird dann mit Hilfe von Metallwinkeln auf der Unterkonstruktion befestigt.

Nun fehlt noch der Rahmen für den Billardtisch. Dazu werden die entsprechenden Leisten bündig auf der Tischplatte angelegt und mit Senkkopfschrauben angebracht. Anschließend werden Bandenleisten aus Hartholz montiert, damit der Rahmen stabil bleibt. Über das Hartholz kann dann spezieller Bandengummi gelegt werden, der im Billardfachgeschäft erhältlich ist. Schließlich werden auch die Leisten dann mit dem Filztuch überzogen, welches am Rahmen befestigt wird.

Wer die Optik seines Billardtisches noch verbessern möchte, kann eine Seitenverkleidung anbringen und damit auch die Stabilität des Tisches weiter verbessern. Die Kugelfangtaschen für die Billard-Kugeln in den Löchern können entweder im Billardfachgeschäft erworben oder durch eine Eigenkonstruktion erstellt werden.

Insgesamt ist es leichter, einen Billardtisch selber zu bauen, als man oftmals vorher annimmt. Mit Freude an handwerklicher Arbeit und etwas Engagement kann man sich innerhalb kürzester Zeit einen eigenen Billardtisch konstruieren, der ganz den eigenen Wünschen und Ansprüchen angepasst ist.

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